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7 Irrtümer über Achtsamkeit

In diesem Beitrag räumen wir mit einigen Missverständnissen über Achtsamkeit auf.


Sie bekommen Klarheit darüber, was Achtsamkeit alles NICHT ist!

Das hilft Ihnen mögliche Vorurteile abzulegen und eine reflektierte Entscheidung zu fällen, ob das Erlernen von Achtsamkeit für Sie sinnvoll ist.


7 häufige Irrtümer über Achtsamkeit
Irrtum 1: Achtsamkeit ist EINE Entspannungsmethode

Viele Menschen denken, dass Sie durch ein paar Minuten der Achtsamkeit und Meditation unmittelbar entspannen können. Die Enttäuschung ist groß, wenn sie feststellen, dass es gerade von Neulingen oder in stressigen Momenten erst einmal als mühsam empfunden wird, sich auf den jetzigen Moment einzulassen. Achtsamkeit hält uns einen Spiegel vor und zeigt an, welches Gedankenkarussell sich in uns dreht. Es mag anstrengend sein, dem zuzuschauen.

Das Gute daran: Sie sind bereits achtsam, wenn Sie sich dessen bewusst werden!


Mit der Zeit lernen Sie durch Achtsamkeit immer besser mit Ihren Gedanken, Gefühlen und Empfindungen umzugehen. Sie schaffen es einfacher aus Grübeleien auszusteigen und eine Distanz herzustellen, wodurch sich dann mehr Gelassenheit und innere Ruhe einstellen können.



Irrtum 2: Achtsamkeit ist eine Flucht aus dem Alltag

In unserem hektischen Alltag ist der Wunsch groß, dem Stress für eine kurze Zeit zu entfliehen. Viele Menschen denken, dass sie durch Achtsamkeit ihrem Alltag entkommen können - zumindest für eine kurze Zeit.

Wieder andere haben die Sorge, dass Achtsamkeit völlig weltfremd sei. Sie wollen kein spirituelles BlimBlim, sondern eine Methode, die gerade in ihrem Alltag funktioniert.


Durch Achtsamkeit stellen wir ganz unmittelbar einen bewussten Kontakt mit bestimmten Alltagsmomenten her. Durch eine neugierige, wache Aufmerksamkeit erleben wir diese dann mit neuen Eindrücken. Das kann das morgendliche Zähneputzen sein, der Weg auf die Arbeit oder das Aroma des Mittagessens.

Sie verbinden sich durch Achtsamkeit punktuell mit all Ihren Sinnen mit Alltagsmomenten und haben so die Chance auch in völlig profanen Tätigkeiten die Fülle des Erlebens wahrzunehmen. Sie steigen häufiger aus dem Modus des Autopiloten aus und werden dadurch präsenter in Ihrem Leben.


Irrtum 3: Achtsamkeit ist eine Religion
Buddha und die Wurzeln der Achtsamkeit
Achtsamkeit und seine Wurzeln im Buddhismus

Es ist richtig, dass die Achtsamkeit im Buddhismus verankert ist und auch in anderen Religionen praktiziert wird. Sie müssen jedoch kein Buddhist werden, um Achtsamkeit in Ihrem Alltag zu üben.


Achtsamkeit ist eine bestimmte innere Haltung, wie ich mein Leben und bestimmte Momente darin wahrnehmen kann. Dieses Wahrnehmen funktioniert ohne jegliche Art der Religionszugehörigkeit.


In den 70er Jahren hat es sich Jon Kabat-Zinn, der Begründer des Mindfulness based Stress Reduction- Programmes MBSR zur Aufgabe gemacht, die fernöstliche Achtsamkeit von ihren spirituellen Elementen zu befreien. Er stellte ausgewählte Achtsamkeitsübungen und Ansätze in einem stressreduzierenden 8wöchigen Achtsamkeitsprogramm zusammen. MBSR erfreut sich in der westlichen Welt wachsender Beliebtheit. Es wird von den Krankenkassen bezuschusst.



Irrtum 4: Achtsamkeit heißt keine Gedanken zu haben

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass wir durch das Praktizieren von Achtsamkeit eine völlige Leere im Kopf entstehen lassen können. Und wir durch Achtsamkeit bestenfalls direkt erleuchtet wie Buddha in tiefsten Glückszuständen verweilen werden.

Wie schon beim ersten Irrtum "Achtsamkeit ist eine Entspannungsmethode" angesprochen, werden wir uns durch Achtsamkeit bewusst, welche Gedanken uns den ganzen Tag durch den Kopf gehen. Das können laut Studien bis zu 60.000 täglich sein. Wovon uns allerdings nur bis zu 5% wirklich bewusst sind. Die anderen Gedanken laufen unbewusst ab und sind Teil unseres Autopiloten.


Wir werden also die Natur unseres Gehirn akzeptieren müssen, dass dieses darauf ausgelegt ist immer wieder Gedanken zu produzieren.

Was wir durch Achtsamkeit erlernen, ist es ein Bewusstsein für den steten Gedankenstrom und die Inhalte & Qualität dieser Gedanken zu entwickeln. Wir schaffen es, eine innere Distanz zu diesen Gedanken herzustellen.

Und ja, mit steigender Übungspraxis können die "Gedankenlücken" auch immer grösser und tiefere Bewusstseinszustände empfunden werden.



Irrtum 5: Achtsamkeit ist eine Einfache Übung

Viele Menschen wundern sich darüber, was an Achtsamkeit so schwer sein soll (Zitat: "Ich sitze doch einfach nur da und mache nichts"). Dann fangen sie mit dem Üben an und stellen erstaunt fest, wie oft ihre Gedanken hin- und her springen, den Fokus wechseln. Wie häufig sie ihren Geist immer wieder einfangen und zum Beispiel auf den Atem zurück bringen müssen.


Der Monkey Mind in der Achtsamkeit

In solchen Momenten machen sie die Bekanntschaft mit ihrem "Monkey Mind", dem unsteten Geist, der kaum Ruhe hält und immer wieder hier und dorthin hüpft.


Gerade bei Neulingen wird dann die Ungeduld und der Frust groß, weshalb die Praxis nicht schneller und besser klappt. Gerade Ungeduldige und Perfektionisten dürfen lernen, dass das Üben von Achtsamkeit Zeit und Geduld erfordert.


Klopfen Sie sich also auf die Schulter, wenn Ihnen gefühlt alle zwei Sekunden auffällt, dass die Gedanken schon wieder abgewichen sind - genau das ist Achtsamkeitspraxis. Gut gemacht!



Irrtum 6: Achtsamkeit neutralisiert Schmerzen und Gefühlen

So wie Achtsamkeit nicht bedeutet, dass wir auf einmal keine Gedanken mehr haben, so heißt Achtsamkeit auch nicht, dass wir durch sie unschöne Gefühle auslöschen oder keine unangenehmen Beschwerden im Körper mehr spüren können.

Durch Achtsamkeit nehmen wir die Dinge wahr, die aktuell da sind. Sie radiert sie allerdings nicht aus.


Was durch das das bewusste Wahrnehmen passiert ist, dass wir in die Beobachter-Position eintreten. Ich BIN dann nicht mehr die Wut und die Kopfschmerzen. Ich merke, dass eine gewisse Wut da ist (neben vielen anderen Gefühlen) und dass der Kopf gerade weh tut (neben vielen anderen Körperteilen, die gerade nicht weh tun).


Achtsamkeit eröffnet einen Raum. Der weitere Blickwinkel kann die momentan als unangenehm empfundenen Dinge in eine andere Relation setzen. Das kann als entlastend empfunden werden.



Irrtum 7: Achtsamkeit ist eine Psychotherapie

Wenn Sie sich als gesunder Mensch entscheiden unter Anleitung in einer Gruppe oder im Einzelunterricht Achtsamkeit zu praktizieren, dann kann dies positive Effekte auf die Psyche haben und beispielsweise zu mehr Gelassenheit, einer Stressreduktion und größerer Lebensfreude führen.


Nichtdestotrotz ist eine reine Achtsamkeitspraxis KEINE Psychotherapie und kann diese auch nicht ersetzen.


Falls Sie sich in Psychotherapie befinden, dann halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Therapeuten, inwiefern er die Teilnahme an einem Achtsamkeitskurs befürwortet. Er kann mit Ihnen gegebenenfalls auch die Möglichkeiten von psychotherapeutischen Maßnahme mit achtsamkeitsbasierte Elemente besprechen, die immer mehr Verbreitung finden.


 

Nun haben Sie einige der häufigsten Missverständnisse rund um das Thema Achtsamkeit kennengelernt.


Welchen Irrtümer sind Sie bei sich selbst auf die Schliche gekommen?

Was hat Sie überrascht?

Worüber würden Sie gerne mehr wissen?


Schreiben Sie es mir gerne in die Kommentare oder per Email.

Ich freue mich von Ihnen zu hören!

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